Wettkampfdisziplinen bei Meisterschaften
Die Wettkämpfer treten bei den Waldarbeitsmeisterschaften in fünf Disziplinen gegeneinander an. Jede dieser Disziplinen wird nach einem Punktesystem von ausgebildeten Schiedsrichtern auf Zeit, Qualität und Arbeitssicherheit nach einem ausführlichen Regelwerk bewertet. Gewinner ist der Teilnehmer mit der höchsten Punktzahl.
Die Wettkampfdisziplinen orientieren sich vorrangig an der täglichen Arbeit eines Forstwirtes.
Ausführliche Detailinformationen zu den Wettkampfregeln sind beim Verband Waldarbeitsmeisterschaften Deutschland e.V. zu haben.
Die hier beschriebenen Waldarbeitsmeisterschaften haben nichts mit „Sport- und Showveranstaltungen“ nach amerikanischem Stil zu tun. Wer sich dafür interessiert, kann unter Stihl-Timbersports Informationen dazu finden.
Wettkampfdisziplin Zielfällung
Aufgabe: Einen Nadelbaum sicher, fachgerecht, zielgerichtet und zügig fällen.
Zeit: Kommt der Baum innerhalb 3 min zu Fall, gibt es 60 Punkte. Darüber wird je Sekunde Überschreitung ein Punkt abgezogen.
Werden mehr als 5 min benötigt, erhält der Teilnehmer für die gesamte Disziplin keinen Punkt.
Qualität: Der Wettbewerber lässt in 15 m Abstand zum Baum einen Zielpfahl einschlagen, den er möglichst zu treffen versucht. Je Zentimeter Abweichung vom Zielpfahl gibt es einen Punkt Abzug von max. 400 möglichen Punkten. Nach der Fällung wird von den Schiedsrichtern am verbliebenen Stock die Ausführung der Sägeschnitte vermessen und bewertet. Fallkerbtiefe (max. 20 Punkte), Fallkerbwinkel (max. 60 Punkte), Bruchleistenbreite (max. 60 Punkte) und die Bruchstufenhöhe (max. 60 Punkte).
Arbeitssicherheit: Unter anderem gibt es zum Beispiel bei Ausbleiben des Rufes „Achtung“ vor dem Ansetzen des Fällschnitts 50 Minuspunkte.
Maximal mögliche Punktzahl: 660 (bei 0 cm Abweichung vom Zielpfahl)
Wettkampfdisziplin Kettenwechsel
Aufgabe: Die Sägekette möglichst schnell und fachgerecht wechseln.
Zeit: Wird die Sägekette in 18,5 sec gewechselt, (Sägeschiene mit 2 Befestigungsmuttern) erhält der Wettbewerber 100 Punkte.
Für schnelleres Wechseln je 0,5 sec zwei Pluspunkte, für langsameres Wechseln je 0,5 sec einen Minuspunkt.
Qualität: Beim Kettenwechsel muss die Sägeschiene gewendet werden und die Kette anschließend die richtige Spannung haben. Die nachfolgenden Wettbewerbe müssen mit der so montierten Kette durchgeführt werden. Für eine nicht richtig gespannte Kette oder eine nicht gewendete Schiene gibt es 50 Minuspunkte.
Arbeitssicherheit: Zum Beispiel werden nach dem Kettenwechsel die Hände des Wettbewerbers auf Verletzungen überprüft (20 Minuspunkte bei Verletzung).
Punktzahl der Besten: 140 (bei einer Zeit von ca. 8 sec).
Wettkampfdisziplin Präzisionsschnitt
Aufgabe: Von zwei am Boden liegenden Stämmen präzise und schnell je eine Scheibe abschneiden.
Die Stämme müssen möglichst vollständig durchtrennt werden ohne die Unterlage zu beschädigen, obwohl die Auflage der Stämme am Boden nicht erkennbar ist (30 mm hoch von Sägespänen verdeckt).
Zeit: Je nach Hubraumklasse der Motorsäge werden bei einer Zeit von ca. 30 sec 50 Punkte vergeben.
Für schnelleres Sägen je Sekunde einen Pluspunkt, für langsameres Sägen je Sekunde einen Minuspunkt.
Qualität: Bei einer Abweichung der Rechtwinkligkeit des Schnittes kleiner 1° gibt es 20 Punkte pro Stamm. Bei größeren Winkelabweichungen sinkt die Punktezahl bis auf 0 Punkte bei mehr als 5° Abweichung. Wenn der Stamm vollständig durchtrennt wird, ohne das Unterlegbrett zu beschädigen, gibt es 80 Punkte je Stamm. Für jeden Millimeter der stehen bleibt, gibt’s 2 Punkte weniger. Wird das Unterlegbrett beschädigt (angeritzt), erhält der Wettbewerber 0 Punkte für die Qualität des Schnittes.
Arbeitssicherheit: Unter anderem darf der Wettbewerber nicht über einen Stamm steigen (50 Minuspunkte).
Punktzahl der Besten: ca. 250 (bei einer Zeit von ca. 20 sec).
Wettkampfdisziplin Kombinationsschnitt
Aufgabe: Von zwei um 7° schräg aufgebockten Stämmen möglichst präzise und schnell je eine Scheibe abschneiden.
Je Stamm sind von unten und von oben Schnitte zu führen, die sich in der Mitte treffen müssen.
Zeit: Je nach Hubraumklasse der Motorsäge werden bei einer Zeit von ca. 30 sec 50 Punkte vergeben.
Für schnelleres Sägen je Sekunde einen Pluspunkt, für langsameres Sägen je Sekunde einen Minuspunkt.
Qualität: Bei einer Abweichung der Rechtwinkligkeit des Schnittes kleiner 1° gibt es 30 Punkte pro Stamm. Bei größeren Winkelabweichungen sinkt die Punktezahl bis auf 0 Punkte bei mehr als 5° Abweichung. Für einen Versatz der beiden Schnitte von weniger als 1 mm sind pro Stamm 45 Punkte möglich. Bei größeren Versätzen sinkt die Punktezahl bis auf 0 Punkte bei mehr als 15 mm Versatz. Ist die Scheibendicke nicht innerhalb 30…80 mm gibt es dafür 50 Minuspunkte.
Arbeitssicherheit: Zum Beispiel darf während des Gehens zum zweiten Stamm die Sägekette nicht laufen sonst gibt’s 20 Minuspunkte.
Punktzahl der Besten: ca. 200 (bei einer Zeit von ca. 25 sec).
Wettkampfdisziplin Entastung
Aufgabe: 30 Äste von einem Stamm möglichst stammeben, schnell und gefahrlos absägen.
Zeit: Werden alle Äste in 30 sec abgesägt erhält der Wettbewerber 400 Punkte.
Für schnelleres Absägen je 0,5 sec zwei Pluspunkte, für langsameres Sägen je 0,5 sec zwei Minuspunkte.
Qualität: Bleibt ein Aststummel höher als 5 mm stehen oder ist in den Stamm mehr als 5 mm eingeschnitten, gibt es jeweils 20 Minuspunkte. Wird auf eine durchgehende Länge von mehr als 35 cm die Stammoberfläche (Rinde) des Stammes wesentlich beschädigt, gibt es dafür 40 Minuspunkte. Ein nicht entfernter Ast wird mit 30 Minuspunkten bestraft.
Arbeitssicherheit: Zum Beispiel wird die Bewegung eines Fußes, während die Sägeschiene sich auf der Standseite des Wettbewerbers befindet, mit 20 Minuspunkten geahndet.
Punktzahl der Besten: ca. 460 (bei einer Zeit von 15 sec).